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Sie sind hier: Update Eisenmangel » Therapie 22. Mai 2012
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Spezielle therapeutische Aspekte in der Gynäkologie und Geburtshilfe

Bereits während der Schwangerschaft, aber vor allem nach der Geburt sind Eisenmangel und Eisenmangelanämien häufig. Abgestuft nach dem Schweregrad einer Anämie und dem Zustand der Wöchnerin gibt es eine klare Therapieempfehlung der Schweizer Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG) [1]:

 

In der Regel wird bei leichter Anämie (Hb-Wert zwischen 9,5 und 12 g/dl) eine orale Therapie von ca. 80 bis 200 mg Eisen pro Tag (Eisen-II-Salze oder Eisen-III-Polymaltose) empfohlen. Ein Wechsel auf ein intravenöses Eisenpräparat ist dann von Vorteil, wenn ein fehlendes Ansprechen auf die orale Therapie, mangelnde Compliance, Unverträglichkeit oraler Präparate oder eine mittelschwere (Hb < 9,5 g/dl) bis schwere Anämie (Hb < 8,5 g/dl) vorliegt. Eine randomisierte, kontrollierte Studie zeigte bei intravenös behandelten Wöchnerinnen ein signifikant besseres hämatologisches Ansprechen (Hb > 12 g/dl bei 90.5% vs. 68.6%, p < 0,001) als bei Frauen, die mit oralem Eisen behandelt wurden (siehe Abbildung 1 und 2) [2]. Am meisten profitierten Frauen, die postpartum einen Ausgangs-Hb-Wert von weniger als 9 g/dl aufwiesen. Diese Beobachtung entspricht insgesamt den Empfehlungen der SGGG.

 

Abbildung 1: Anteil Frauen, welche ein Hb > 12 g/l erreichten

 

Abbildung 2: Anteil Frauen, welche einen Hb-Anstieg um mindestens 3 g/l erreichten

 

 

Bei schwerer Anämie (Hb < 8 g/dl) ist die Gabe von Erythropoese-stimulierenden Agentien (ESA, Erythropoetin) zusätzlich zur parenteralen Eisengabe in Betracht zu ziehen. Der kritische Hb-Wert, unter dem eine Fremdbluttransfusion angezeigt ist, liegt bei ca. 6 g/dl, ist jedoch abhängig von der klinischen Symptomatik.

 

Bei Anämie in der Schwangerschaft darf die intravenöse Eisengabe nur im zweiten und dritten Trimenon durchgeführt werden. Im ersten Trimester sind die intravenösen Eisenpräparate kontraindiziert.

 

 

Referenzen

1. Breymann C et al. Expertenbrief No 22 der Schweizer Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe
2. Seid MH et al. Ferric carboxymaltose injection in the treatment of postpartum iron deficiency anemia: a randomized controlled clinical trial. Am J Obstet Gynecol 2008;199:435.e1-7

 

 
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28.07.2009 - dde
 
 
 


 

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