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Sie sind hier: Update Eisenmangel » Therapie 22. Mai 2012
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Spezielle therapeutische Aspekte bei renaler Anämie

Eine frühe Therapie der renalen Anämie vor allem bei nicht dialysepflichtigen Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz kann das kardiovaskuläre Komplikationsrisiko senken. Häufig wird dem aber nicht Rechnung getragen und die Korrektur der Anämie erfolgt erst nach Beginn der Dialyse [1].

 

Die Therapie der renalen Anämie erfolgt in der Regel durch den gezielten Einsatz von erythropoesestimulierenden Medikamenten (ESA) und Eisen-Präparaten. Für alle Stadien der Niereninsuffizienz gilt ein Ziel-Hb von über 10 g/dl. Faktoren wie Alter, ethnische Herkunft oder Begleiterkrankungen können dabei zu individuellen Abweichungen führen. Bei Dialysepatienten sollten jedoch prädialytische Werte von über 12 g/dl vermieden werden. Bei Patienten mit ausgeprägten kardiovaskulären Begleiterkrankungen (NYHA III und IV) oder diabetischen Patienten (besonders bei solchen mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit) sollte der Hb-Wert ebenfalls nicht über 12 g/dl ansteigen.

 

Die Leitlinien des National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE) befürworten die Optimierung des Eisenstatus vor dem Beginn einer ESA-Therapie und vor der Entscheidung, bei nicht dialysepflichtigen Patienten ESA einzusetzen [2]. Die intravenöse Eisengabe wird dabei als Mittel der ersten Wahl und als optimale Darreichungsform bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz empfohlen. Denn orales Eisen ist aufgrund der oft chronischen Inflammation und der daraus resultierenden Hepcidin-vermittelten Hemmung der Eisenresorption wenig wirksam und kann ausserdem zu beträchtlichen gastrointestinalen Nebenwirkungen führen. Zusätzlich kann die Auffüllung der Eisenspeicher aufgrund der geringen Resorptionsrate Monate in Anspruch nehmen. Gerade die Unverträglichkeit der oralen Präparate führt in diesem Zusammenhang häufig zu Compliance-Problemen bei den Patienten. Aufgrund der Datenlage aus aktuellen randomisierten, kontrollierten Studien wird in den European Best Practice Guidelines ebenfalls die i.v. Eisentherapie als Applikationsform der Wahl empfohlen [3].

 

 

Referenzen

1. Valderrábano F. Anaemia management in chronic kidney disease patients: an overview of current clinical practice. Nephrol Dial Transplant 2002;17(Suppl 1):13-18
2. NICE clinical guideline 39: Anaemia management in people with chronic kidney disease; Sept. 2006
3. Locatelli F et al. Revised European best practice guidelines for the management of anaemia in patients with chronic renal failure. Nephrol Dial Transplant 2004;19(Suppl 2):ii1-47

 

 
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